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Wirbelsäulenbeschwerden beim Golfsport

Nicht nur bei Anfängern, sondern auch bei professionellen Golfern treten Beschwerden an der Wirbelsäule auf. Vornehmlich betroffen ist die Brustwirbelsäule, da sie ein Höchstmaß an Rotationskraft während der Schwungausführung aufnehmen muss.
Die Bewegungsausführung beim Golfspiel ist in der Abschwungphase extrem schnell. So liegt die reguläre Schlaggeschwindigkeit bei Männern unter Verwendung eines 5er oder 6er Eisens bei durchschnittlich 120 bis 135 km/h. Das entspricht etwa der fünffachen Geschwindigkeit des Handgelenkes und ist schneller, als ein Nerv einen Impuls leiten kann. Deswegen sprechen wir auch von einer reflektorischen Leistung; d.h., wir können nach dem Schwung/ Schlag eher nicht sagen, wie der Schlag gelaufen ist.
Die Brustwirbelsäule muss also nicht nur eine hohe Drehgeschwindigkeit aufweisen können, sondern auch in der Lage sein, den Schwung zu kontrollieren. Diese kontrollierte Mobilität setzt voraus, dass von unten beginnend, die Füße einen stabilen Stand, die Sprunggelenke eine gewisse Mobilität, die Kniegelenke vor allem stabil, die Hüftgelenke wiederum ein hohes Maß an Mobilität und vor allem der “Core”, unsere kernhafte Rumpfmuskulatur ein hohes Maß an Stabilität aufweisen.
Ist diese Funktionskette an einer der beschriebenen Lokalisationen defizitär, bereitet die Brustwirbelsäule zwangsläufig Beschwerden. Aus dem geraden Rücken wird ein Rundrücken (C-Stellung), der Unterbauch kann nicht aktiviert werden,was dazu führt, das der Abschwung nicht aktiv aus der Hüfte heraus eingeleitet werden kann. Die Brustwirbelsäule “verbiegt” sich seitlich, zeichnet sich also mehr durch eine Lateralflexion als durch eine Rotation aus. Mit der Konsequenz des inkorrekten Ballfluges (meist Slice und zu steil).
Was tun? Zunächst gilt es den gesamten Bewegungsablauf zu analysieren. Des Weiteren werden alle an der Bewegung beteiligten Muskeln und Gelenke einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Je nach Befund werden Übungen initiiert, die beispielsweise zum einen den Rumpfkern stabilisieren, die Hüfte und die Brustwirbelsäule mobilisieren, bzw. einer gezielten kontrollierten Mobilisation zuführen.
Sollte eine therapeutische Intervention notwendig sein, können Sie die Arbeit des Physiotherapeuten oder des Arztes unterstützen:

  • Mobilitätstraining im Sinne von langanhaltenden intensiven Dehnungseinheiten (50-60 Sekunden).
  • Zufuhr von Wärme durch feuchtheiße Wickel, lokal angewandt.
  • Alternative Bewegungsformen zur Abwechslung.
  • Bei lokalen Schmerzen: Mit dem Schmerzpunkt für einige Minuten auf einen “alten” Tennisball legen.

Bessert sich trotz therapeutischer Intervention und regelmäßigem Training der Zustand nicht, unbedingt einen Facharzt aufsuchen (am Besten einen, der Golf spielt ;-))).

Der Autor Jürgen Pagel ist Physio- und Manualtherapeut, TPI cert. Golf Fitness Instructor, gepr. Pilates Instructor, fachlicher Leiter des Kompetenzzentrum Gesundheit und Fitness im Golfsport (c) sowie Jugendwart des GC Schloss Monrepos.
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